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Allgemeine Betrachtungen

2019

Aporie des teuren Hochgenusses

Es gibt von einem selbst ausgehende Handlungen bei denen man, egal wie die Sache endet, nur verlieren kann. Offen im Moment der Ausführung ist ausschließlich, wie sehr man verliert.

Eine solche Handlung ist zum Beispiel, sich wider aller Hemmungen irgendwann doch einmal eine sehr, sehr teure Flasche Wein zu gönnen. Noch am wenigsten verliert man, wenn diese Flasche Wein eine Enttäuschung ist. Man hat dann einige hundert Euro in den Sand gesetzt für ein Vergnügen, das man deutlich billiger auch hätte haben können. Wirklich zur Erkenntnis gelangt, ob teurer Wein sich lohnt, ist man auch nicht. Es könnte ja auch gerade diese eine Flasche – und nur diese eine – so enttäuschend sein, alle anderen teuren Weine sind vielleicht doch Gottesnektar.

Doch es geht noch schlimmer: Was ist, wenn der teure Wein doch so gut ist, wie es sein Preis erwarten lässt? Dann ist man ruiniert. Denn ab sofort wird kein günstigerer Wein mehr munden. Man muss jetzt wirklich Geld verdienen und ansonsten sparsam leben, um sich regelmäßig den fast unbezahlbaren Genuss zu verschaffen. Und wer weiß: Vielleicht sind noch viel teurerer Weine einfach noch besser? Vom Glück ist man auf jeden Fall jetzt noch weiter entfernt.


Kritik an Powerpoint: Problematische Dominanz

Ein kritischer Blick auf die mit der Nutzung von Powerpoint einhergehenden Kommunikationseinschränkungen
Das Deckblatt einer Präsentation. Nicht einmal zu einer inhaltlichen Überschrift hat es gereicht.Inhalt und Form von Kommunikation bedingen sich gegenseitig. Das heißt: Das gewählte Kommunikationsformat beeinflusst auch die Inhalte, die kommuniziert werden. Informationsvermittlung in Unternehmen erfolgt primär in der Form von Powerpoint-Präsentationen. Und das beeinflusst den transportierten und transportierbaren Inhalt erheblich.

Eigentlich war Powerpoint einmal als Tool zur Unterstützung von Präsentationen gedacht: Einem Vortragenden sollte ein digitales Tool an die Hand gegeben werden, mit dem auf einfache Weise das parallel Gesprochene visualisiert werden kann, im Wesentlichen in Form von Diagrammen, Grafiken und zusammenfassenden Bulletpoint-Listen. Im ursprünglichen Kontext steht die Präsentation am Ende des Schaffensprozesses: Nachdem man ein Thema inhaltlich bearbeitet, verstanden, womöglich – universitär gedacht – schriftlich ausgearbeitet hat, soll die Erkenntnis jetzt auch noch bewusst vereinfacht vermittelt werden. Das ist dann der Moment – bisher war an Präsentationen mangels Substanz ja noch gar nicht zu denken – in dem Powerpoint das erste Mal angeklickt wird. Die Phase des inhaltlichen Arbeitens ist dann bereits abgeschlossen, jetzt wird ausschließlich vermittelt. Beide Phasen sind grundsätzlich erst einmal scharf getrennt.

2018

Re: The Trouble With Talking

Ergänzungen zu der Abwägung zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation aus dem Unternehmensalltag
Zu: Kathrin Passig im Merkur, Dezember 2018: The Trouble With TalkingGrundsätzlich halte ich die schriftliche Kommunikation der mündlichen gegenüber für überlegen und würde den langen Text jederzeit, zumindest bei komplexen Themen, dem Gespräch oder Vortrag vorziehen. Ich teile auch die Argumente, die Kathrin Passig dazu im Merkur vorträgt, nämlich dass schriftliche Kommunikation eigentlich weniger missverständlich sei als die mündliche und auch weniger anfällig für Diskriminierung. Zwei einschränkende Anmerkungen aus dem Unternehmensalltag heraus für die Praxis will ich dennoch machen:

Erstens: Das Ergebnis der Abwägung zwischen dem Schriftlichen und dem Mündlichen fußt auf der Annahme, dass die Akteure die schriftliche Form mindestens so gut beherrschen wie die mündliche, erstere vielleicht sogar besser. Das ist in einem literatur- oder universitätsnahen Umfeld womöglich zutreffend. In meinem Unternehmensumfeld ist dem nicht so. Ich habe schon Mails gesehen, die als freundliche Nachfragen an den Chef gemeint waren, sich aber wie Putschversuche gelesen haben – und vom Chef auch so interpretiert wurden (mit den entsprechenden negativen Nebenwirkungen für den Absender). Oder Mails, die als Alarmmeldung gedacht waren, deren brisanter Inhalt ausnahmsweise Schriftgröße 32, rote Farbe und Fettdruck gerechtfertigt hätten, niedergeschrieben aber wie eine freundlich und höflich vorgetragene Bitte klangen. In der schriftlichen Kommunikation sind manche einfach sehr, sehr schlecht.

Das verborgene Engagement

Es heißt ja dauernd, gerade junge Menschen würden sich immer weniger in Vereinen usw. engagieren. Ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt. Denn wie so vieles hat sich auch dieses Engagement in Teilen ins Internet verlagert und dort neue Formen gefunden – nur der Umgang damit ist immer noch ein anderer.

Dass jemand Kassenprüfer beim örtlichen Kleingärtnerverein ist, findet sich sogar im Lebenslauf, mit dem sich bei einen DAX-Konzern beworben wird (schon gesehen!). Dass aber jemand als Poweruser in einem hochspezialisierten Nischenforum sein Wissen und Können teilt oder dass jemand in der Wikipedia in einem speziellen Themenbereich fast jeden Tag Artikel erstellt und andere verbessert, damit wird außerhalb des Betroffenenkreises doch eher verstohlen umgegangen. Ich warte auf den Tag, an dem ich so etwas zum ersten Mal in Bewerbungsunterlagen entdecke.


Handelsgewinne

Tom Sawyer muss den Zaun streichen, darauf hat er jedoch keine Lust. Mit einem Trick bringt er die anderen dazu, ihm dies abzunehmen. Sie bezahlen ihn sogar dafür. „Wäre die Farbe nicht ausgegangen, hätte Tom sämtliche Jungen des Ortes bankrott gemacht.“ In meiner Erinnerung gab es hier ein klares Gefälle: Auf der einen Seite der gerissene Tom Sawyer und auf der anderen die einfältigen anderen Kinder, die sich so einfach austricksen lassen.

Ich glaube, ich war da im Irrtum: Die anderen Kinder sind deshalb bereit zu bezahlen, weil sie wirklich Spaß am Streichen des Zaunes haben, ziemlich großen sogar. Sie sind nicht einfältig, sie sind in dieser Geschichte die Gewinner. Das Gefälle ist künstlich hinzuinterpretiert. Tom Sawyer ist nicht gerissen, er ist weise: Er erschafft aus dem Nichts etwas Wertvolles.


2014

Master neben dem Beruf an der FernUniversität Hagen: Eindrücke und Tipps

Logo der Universität HagenNachdem ich gerade eben den Zeugnisantrag für den M.Sc. Wirtschaftswissenschaft ausgefüllt habe, ist es wahrscheinlich an der Zeit ein Resümee zu ziehen und vielleicht den einen oder andere nützlichen Tipp zu hinterlassen für Studenten, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich es bis eben war: Solche mit dem Ziel, den Master neben einem Vollzeit ausgeübten Beruf zu erwerben.

Die Fernuniversität hat – wen überrascht es – universitäre Ansprüche

2010

Drei Reden als AStA-Vorsitzender an der Universität Bonn

Logo der Universität BonnHier die Skripte zu drei Reden, die ich als Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses der Universität Bonn gehalten habe:

Den Kopf in den Sand stecken Rede zur Eröffnung des akademischen Jahres am 19. Oktober 2009

Kategorien: Allgemeine Betrachtungen | Technologie | Unternehmenskultur
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