Linux in 2026

Lange Zeit war die Frage, ob Linux mittlerweile so gut geworden ist, dass man Microsoft Windows dadurch ersetzen könne. Immer mal wieder hatte ich es in der Vergangenheit probiert, jeweils mit dem Ergebnis, dass es doch zu viele Probleme gab (Nvidia-Grafikkarte...), als dass man es verwenden könnte. Vor drei Jahren kam es dann endlich zum Durchbruch: Mit Debian 12, einigen Stunden in Konfigurationsdateien und ein paar selbst geschriebenen Bash-Files (Unified Kernel mit SecureBoot, sowie automatische Helligkeitsanpassung und Suspend-to-Shutdown auf dem Tablet) lief Linux mindestens genauso gut auf Desktop-PC und Tablet wie Windows. Einige Jahre und mit Debian 13 ein großes Upgrade später muss man sagen: Mittlerweile hat Linux nicht nur aufgeholt, es ist besser als Windows (das ich beruflich weiter nutzen darf):

- Mit Gnome taucht nicht nur nach Updates keine immer neue Werbung mehr auf, die Benutzeroberfläche ist auch deutlich konsistenter designt und dadurch intuitiver zu bedienen. Die wenigen Kniffe, die ich noch zur Anpassung brauche, finden sich in sogenannten Extensions, deren Installation recht simpel ist. Anders als drei Jahre vorher ist das Wühlen in Konfigurationsdateien nicht mehr nötig. Einrichtung und Bedienung sind damit mittlerweile einfache als bei Windows. Überraschenderweise hat sich mit dem Wechsel auf Linux sogar auf Microsofts eigener Tablet-Hardware, dem Surface Go, die Batterielaufzeit spürbar verbessert.

- Im Spektrum der Features, die ich nutze, hat LibreOffice mittlerweile zu Microsoft Office aufgeschlossen. Einiges ist sogar besser: So lassen sich Open-Font-Features ohne Verrenkungen einstellen und man wird auch hier nicht dauernd damit belästigt, seine Dateien nun doch im OneDrive zu speichern.

- OneDrive selbst hatte ich schon vor einigen Jahren durch Nextcloud ersetzt, genauso Edge durch Firefox und Microsoft Outlook durch einen eigenen Mailserver [1] mit erst Thunderbird, jetzt Gnome Mail. Auch hier bleiben keine Wünsche offen.

Microsoft hat in den letzten Jahren wenig Liebe in sein Endkundenangebot gesteckt, im Gegenteil: Gefühlt ist die Werbung für andere Microsoft-Dienste (OneDrive, Bing) immer penetranter geworden bei immer inkonsistenterer Bedienung. Aber selbst, wenn dem nicht so wäre: Mittlerweile haben wir mit Linux eine bessere, mittlerweile für jeden geeignete Alternative. Dass man damit auch noch Unabhängigkeit gewinnt und zur Demilliardärisierung [2] beiträgt, macht die Sache nochmal besser.

Geschrieben im Januar 2026 | Kategorie: Technologie